Unbekannte Nationalparks

Viele Thailändische Nationalparks sind bei uns unbekannt - zu Unrecht! Sie bieten überraschend

schöne Ferienerlebnisse inmitten idyllischer Natur.

 

Thailand ist von einer einzigartigen und vielfältigen Natur geprägt. Von den weltweit bekannten 250‘000 Pflanzenarten, sind 15‘000 in Thailand zu Hause. Vor allem der dichte Wald ist für verschiedenste Tiere und Pflanzen ein Ort zum Leben und Wachsen. Wegen der Bedrohung von Flora und Fauna durch die Menschen, öffnete 1962 der erste Nationalpark Thailands, Khao Yai,  seine Pforten. Seither sind ihm über 140 weitere Anlagen gefolgt. Die Parks beanspruchen eine beträchtliche Fläche von 33‘904 Quadratkilometern, was prozentual zur Landesfläche einer der höchsten Raten der Welt entspricht.

Vor allem am Wochenende und an den Feiertagen sind die Nationalparks mit ihren Wasserfällen, Aussichtspunkten sowie Picknickplätzen in der freien Natur ausserordentlich beliebt, nicht nur bei den Touristen. Etwas ruhiger hat man es unter der Woche und kann die Natur in vollen Zügen geniessen. In mehreren Parks können auch Übernachtungsmöglichkeiten gebucht werden.

 

Khao Yai Nationalpark

Er ist nicht nur der älteste und beliebteste Nationalpark Thailands, sondern steht seit 2005 auch auf der UNESCO Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit. Der Park liegt 200 Kilometer nordöstlich von Bangkok und beherbergt über 70 verschiedene Säugetiere, darunter Elefanten, Leoparden, asiatische Wildhunde

und Affen verschiedener Rassen. Besonders eindrücklich ist, dass die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden können. Auf der Fläche von 2‘168 Quadratkilometern erstrecken sich Trocken-, Regen- und

Nebelwälder gefolgt von über 2‘000 unterschiedlichen Pflanzenarten. Die vielen Wanderwege bieten eine gute Möglichkeit, um diese Vielfalt zu erkunden. Die schönste Zeit, um den Park zu besuchen, ist zwischen Oktober

und Februar, wenn es ab und zu regnet. Dann sind die Wasserfälle erheblich grösser und die Flora erblüht in herrlich saftigem Grün. Da der Park bequem ab Bangkok mit dem Bus zu erreichen ist, eignet er sich auch für Tagesauflüge.

 

Khao Sok National Park

Dieser Park in der Provinz Surat Thani ist ein Tipp für Vogelbeobachter und Botanikfans. Über 180 Vogelarten sind hoch oben in den Gipfeln der Bäume zu beobachten. Seltene Tierarten wie wilde Elefanten, Sunda-Ochsen (Banteng) oder malaysische Sonnenbären tummeln sich auf dem 739 Quadratkilometer grossen Parkgelände, welches auf zwei beschilderten Wanderwegen erkundet werden kann. Auch Pflanzenarten, die weltweit nur sporadisch vertreten sind, sind hier zu Hause. Lianen, Bambus, Farn und riesige Rattanpflanzen bilden nur einen kleinen Teil dieses biologischen Paradieses. Eine der Hauptattraktionen unter Pflanzenfans ist die Bua Phut. Diese Blume, auch Rafflesia Kerri Meyer genannt, findet man nur im Khao Sok Nationalpark. Sie erreicht eine erstaunliche Grösse von 80 Zentimetern. Um diese Pracht zu erleben, muss man zwischen Oktober und Dezember in Thailand sein und dazu einen fünf- bis achtstündigen Marsch auf sich nehmen, da die Blume nur in dieser Zeitspanne und an ganz speziellen Orten blüht. Die aussergewöhnliche Blüte sieht besser aus, als sie riecht: Ein Geruch nach Verwesung geht ihr aus.

 

Doi Inthanon Nationalpark

Dieser 482 km2 grosse Park liegt in Nordthailand in der Provinz Chiang Mai. Im Zentrum dieses Parks der

Anlage befindet sich der höchste Berg Thailands. Der Doi Inthanon ist 2‘565 Meter hoch und bietet vom Bergspitz aus allen Bewegungsfreudigen einen atemberaubende Aussicht. Durch die niedrigeren Temperaturen wächst am Fusse des Berges eine grosse Vielfalt von Pflanzen, die nirgendwo anders in Thailand gedeihen. Neben den grünen Pflanzen gibt es auch ein Meer von asiatischen Blüten, viele Wasserfälle und schöne Wanderungen zu entdecken. Wer sich nicht mehr von dieser atemberaubenden Pracht lösen kann, dem stehen

Übernachtungsmöglichkeiten in Bungalows und Zelten zur Verfügung.

 

Erawan Nationalpark

In der Provinz Kachanaburi (Zentralthailand) liegt der Erawan-Nationalpark. Die Flüsse Kwai Noi und Kwai Yai fliessen durch Bergtäler, die mit den für Südasien typischen immergrünen Bäumen und Bambuswäldern bewachsen sind. Die Hauptattraktion des Erawan Nationalparks ist unbestritten der eindrucksvolle siebenstufige

Erawan Wasserfall mit seinem smaragdgrünen Wasser und den Sinterterrassen - er gilt als der schönsten in ganz Thailand. Ein Wanderweg führt parallel zum Wasserfall bis auf die siebte Stufe hinauf. Ebenfalls einen Besuch wert, ist die Pra That Höhle mit ihren bemerkenswerten Stalagmiten und Stalaktiten. Nahe der Parkverwaltung gibt es Bungalows zum Mieten.

 

Tarutao Nationalpark

Dieses südwestlich in der Andamanensee gelegene Inselarchipel umfasst 51 Inseln und wurde 1974 zum

Naturschutzgebiet erklärt. Somit war es das erste geschützte Gelände in Thailand überhaupt. So konnte ein Reich an nahezu unberührten Regenwäldern, vollständig intakten Korallenriffen, einer faszinierenden Vielfalt an Tieren und Pflanzen wie auch schneeweissen und sauberen Sandstränden erhalten bleiben. Die Fläche erstreckt sich über 1‘400 km2. Eine erste Anlaufstelle für einen Besuch im Nationalpark liegt auf der Insel Ko Tarutao: das Hauptquartier der Naturschutzbehörde ist zwingend aufzusuchen vor einem ersten Besuch, denn, wer die Eintrittsgebühr nicht bezahlt, riskiert eine Busse, welche um das 20-fache höher ist als die eigentliche Abgabe. Die ideale Reisezeit ist zwischen November und April.