I-San - Wiege der Kulturschätze

Auf der einen Seite die wilde Natur. Auf der anderen Seite die Einfachheit und Herzlichkeit der Menschen. Der Osten Thailands ist geprägt vom Gegensatz. Gegensätzlich ist auch, dass die Region zu den ärmeren des Landes gehört, an kulturellen Schätzen indes überaus reich ist. Dazu gehören auch eindrucksvolle Monumente aus der Khmer-Zeit, die nur noch von der legendären Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha übertroffen werden.

 

Vom Massentourismus noch weitgehend unberührt, präsentiert sich Nordostthailand, der I-San, traditionell und

ländlich. Historisch gesehen ist er einer der interessantesten Teile Thailands: Eine grosse Zahl eindrucksvoller Ruinen aus der Zeit des Khmer-Reiches gehören zu seinen kulturellen Schätzen. Besuchern bietet sich der Nordosten Thailands auch als idealer Ausgangspunkt für Reisen in die Nachbarländer Laos und Kambodscha

an.

 

Nakhon Ratchasima – Das Tor zum Nordosten

Nakhon Ratchasima ist mit 205‘000 Einwohnern einer der grössten Städte Thailands. Bedingt durch die geografische Lage bildet die Stadt, die auch den Namen Khorat trägt, das Tor zum Nordosten und ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge zu I-Sans bekanntesten Khmer-Tempelruinen. Die eindrucksvollste Khmer-Anlage ist zweifellos im nahe gelegenen Phimai zu finden: Prasat Hin Phimai, eine schön restaurierte Ruine aus dem 12. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert ist der 2000 Quadratkilometer grosse Khao Yai-Nationalpark, eines der letzten grossen tropischen Regenwaldgebiete Thailands. Der Park eignet sich ideal für Wanderungen – mit etwas Glück können Besucher unter anderem Schmetterlinge, Echsen, Affen, Hirsche und wilde Büffel

entdecken.

 

Khon Kaen – Drehscheibe der Region

Die Provinz Khon Kaen ist durch seinen Flugplatz zu einer wichtigen Drehscheibe der Region geworden. Darüber hinaus ist das Gebiet eines der Hauproduktionszentren für feine Seide. Khon Kaen hat aber noch mehr zu bieten. Dessen Geschichte reicht gar bis in die Urgeschichte zurück. In Khon Kaen wurden nämlich die ersten Dinosaurierknochen auf thailändischem Boden gefunden. Im Nationalmuseum im Nordosten der Stadt können Funde verschiedenster Ausgrabungen in der näheren Umgebung besichtigt werden. Etwas ausserhalb von Khon Kaen befinden sich gleich drei interessante Attraktionen für Reptilienfans: Das Dinosauriermuseum im Nationalpark Pu Wiang, Kobra-Shows in Bangkok Sa-Nga sowie Ban Tao, das Dorf der Schildkröten.

 

Udon Thani – Aus der Ferne grüsst Laos

Udon Thani liegt , rund 560 Kilometer von Bangkok entfernt, nahe der Grenze zu Laos und diente während des

Vietnamkrieges als amerikanischer Stützpunkt. Die Region ist zum einen bekannt für ihre Rinder- und Wasserbüffelzuchten, zum anderen wegen ihrer Nähe zu den bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten. 1992 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, lockt Ban Chiang zahlreiche Besucher in die Provinz. Ausgrabungen von Bronzeschmuck, Waffen und Töpferwaren sorgten in

den 1970er-Jahren für Furore, da sie als Beweis gelten, dass in Udon Thani vor mehr als 5000 Jahren eine Zivilisation der Bronzezeit gelebt hatte. Auf dem Weg nach Ban Chiang laden einige Dörfer, in denen noch traditionelles Kunsthandwerk gepflegt wird, zu einem kleinen Besuch ein.

 

Sakon Nakhon – am Ufer des grössten Sees

Sakon Nakhon liegt am Ufer des grössten natürlichen Sees von Thailand. 123 Quadratkilometer bedeckt der Nong Han. Seine Ufer wurden nach und nach zum öffentlichen Erholungsgebiet. Zusätzlich gibt es in Sa Phang Thong einen alten Pool, der aus der Zeit des Königreichs Ayutthaya stammen soll. Bekannteste Sehenswürdigkeit von Sakon Nakhon ist der Tempel Wat Phrathat Choeng Chum. Der rechteckige weisse Prang aus dem 18. Jahrhundert thront mit seinen 24 Metern über einem Sandstein-Monument aus dem 11.

Jahrhundert. Zusätzliche Facetten bieten dem Besucher von Sakon Nakhon die vielen erhaltenen alten Bräuche und Traditionen. Anlässlich des Endes der buddhistischen Fastenzeit etwa werden jedes Jahr im Oktober kunstvolle Schlösser aus Bienenwachs geformt.

 

Surin – Elefantenfestival

Die Provinz Surin liegt an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha und ist von Gebirgen umgeben, die mit immergrünen Wäldern überzogen sind. Jedes Jahr zwischen Mitte und Ende November wird das 42‘000-Seelen-Städtchen Schauplatz eines der beliebtesten Feste des Landes: Beim Surin Elephant Round-Up – Elefantenauftrieb – nehmen 200 Elefanten an einer Parade teil und zeigen in diversen Wettbewerben ihre Geschicklichkeit. Die meisten Elefanten sind durch das Jahr hindurch in der Umgebung von Surin als Arbeitselefanten im Einsatz. So auch im rund 50 Kilometer entfernten Dorf Ban Tha Klang. Ein farbenfrohes Schauspiel bietet sich den Besuchern des Dorfes, wenn sich junge Männer, die sich zu Mönchen weihen lassen wollen, auf geschmückten und bemalten Dickhäutern durch die Strassen marschieren.